Without

Categories Without, published on Wednesday, 28. February 2018, last modification: Wednesday, 11. April 2018

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Es mag so wirken, als hätte ich im Titel etwas vergessen und konsequenterweise hätte ich komplett ohne Titel beginnen müssen, aber es soll tatsächlich um das Fehlen gehen. Oder eher um das Weglassen. Mein Vorhaben ist es in einigen zukünftigen Blogbeiträgen über Dinge zu schreiben, ohne die ich auskomme und lebe oder es zumindest anstrebe; weil ich es will. Es geht also nicht um Verlust oder Verzicht, sondern eine Freimachung und Loslösung.

Für meine (positive) Betrachtung der durch das Weglassen entstandenen Situationen ist es entscheidend, dass es jeweils eine freie Wahl meinerseits war und ist. Es liegt, so weit ich mein Vorhaben jetzt überblicken kann, kein Zwang und keine von außen kommende Notwendigkeit vor, sondern ich habe mich aus der Fülle heraus entschieden diese zu reduzieren.

Ungewollt ohne etwas Gewohntes oder Benötigtes zu sein, kann leidvoll und lähmend sein. Mich bewusst dafür zu entscheiden etwas wegzulassen oder zu meiden, hat einen befreienden Effekt, fördert Kreativität und persönliche Entwicklung.

Resilienz ist ein Wort, das mir in dem Zusammenhang einfällt. Wie stark bin ich und sind mein Wohlergehen und meine Zufrieden gegen Störungen aller Art gewappnet. Umso weniger ich auf bestimmte Dinge angewiesen bin, umso weniger muss ich mich auf Kompromisse einlassen, umso weniger anfällig bin ich für äußere Unwägbarkeiten und umso weniger abhängig von anderen.

Ich sehe das bildlich immer so, dass mein Grundlevel, meine Nulllinie, sehr niedrig ist und somit sehr viele und auch kleine Dinge mich in den positiven Bereich bringen können. Durch ihr Wegfallen oder Fehlen, rutsche ich aber immer nur auf Null zurück und nicht in den negativen Bereich.

Ich hatte alles. Oder sagen wir ich hatte viel oder zumindest alles, was ich wollte und was mich lange Zeit ausreichend zufrieden gestellt hat. Zudem die Aussicht und das Angebot auf mehr, sowie das Wissen und die Möglichkeiten mehr erlangen und mehr haben zu können.

Meiner Beobachtung nach braucht es diese Fülle und diese Erfahrung, um überhaupt ein Bedürfnis nach einer Reduzierung, Verminderung oder Ablehnung zu entwickeln und sich entgegengesetzt zu verhalten. Also nicht mehr Befriedigung und Zufriedenheit durch das Ansammeln, Anhäufen und Vermehren jeglicher Art anzustreben, sondern durch das Weglassen und Verringern.

Was brauche ich wirklich? Wie viel und was kann ich weglassen ohne darunter zu leiden oder mich unwohl zu fühlen? Und kann ich mich dadurch sogar besser fühlen und besser leben? Alles natürlich immer nur in meinen eigenen Maßstäben. Es ist ein andauerndes Selbstexperiment, über das ich mehr berichten möchte.

Es fällt mir schwer eine sinnvolle und konsistente Reihenfolge der Dinge aufzuführen. Mehrere Texte habe ich bereits angefangen und schreibe an ihnen je nach Muse und Laune weiter. Sobald ich meine, dass ich in einem davon alles gesagt und ausformuliert habe, werde ich ihn veröffentlichen. Unter Berücksichtigung meiner grundsätzlichen Schreibmoral.

Die Kommentarfunktion dieses Beitrag biete ich als Plattform dafür an Wünsche zu äußern, welchen Aspekt ich vorrangig beschreiben soll bzw. mitzuteilen, was bevorzugt interessiert. Wünsche können wir uns ja viel. 😉

2 thoughts on “Without”

  1. Interessanter Weise tauchen passend zu Deinem Eintrag gegenwärtig immer mehr Blogs und Feeds zum Thema Leben im Minimalismus auf. Ein gewisser Teil verspürt offenbar ebenfalls den Drang nach Verzicht. Ich liebe und lebe den Fortschritt, jeder Zeit an jedem Ort Musik hören zu können. Eine Sache also, bzw. Sachen auf die ich nicht verzichten kann sind daher der Zugang zum Internet, ein Medium um die jeweiligen Plattformen zu nutzen und die Musik. Ich versuche mehr und mehr im Alltag auf Dinge zu verzichten, die Reize auslösen. Manchmal erfreut es mich sogar richtig, den Kampf zu gewinnen; war der Reiz auch noch so klein.

    1. Mich begleitet das Thema schon lange, was natürlich einen anderen Fokus bedeutet. Keine Ahnung, ob es sich derzeit tatsächlich mehrt, aber ich stoße immer mal wieder auf solche Texte. Weile ich ein gewisses Interesse dafür habe, fallen sie mir leichter auf und gleichzeitig wird entsprechendes an mich herangetragen.

      Wie gesagt ist es entscheidend wie Verzicht definiert ist. Ich liebe auch den Fortschritt und verdanke ihm meinen Lebensstil. Es ist auch hier Auslegungssache was Fortschritt meint und kann ja auch zu einer Vereinfachung und Reduzierung führen. Ich sehe keine Art Zeitstrahl, der von einer Höhle in eine Hightech-Behausung führt und den ich entgegengesetzt beschreite.

      Jaha, das Hirn ist ein Reizjunkie und es ist schwer die Dosis zu reduzieren und trotzdem zufrieden zu sein.

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